In der polnischen Hauptstadt boomt die Welt-Küche. Gab es noch vor wenigen Jahren ein einziges China-Restaurant in ganz Warschau, zeigt sich die kulinarische Palette heute nahezu komplett: von Tex-Mex-Lokalen bis zu Sushi und Shisha-Bars ist alles vertreten. Offensichtlich besonders ins Herz geschlossen haben die Warschauer den Kebab. Drehspieß-Buden schießen an allen Ecken und Enden aus dem Boden. Allerdings: Was in Warschau ein Kebab ist, steht nicht in Stein gemeißelt – der Phantasie der, in den seltensten Fällen türkischen, Dönerakrobaten scheinen keine Grenzen gesetzt.
Bei meinem ersten Versuch an einer der vielen Imbissbuden im Umkreis des Kulturpalasts bekam ich – der McDonalds Apfeltasche nicht unähnlich – ein formschönes, an allen Seiten mittels Toaster verschweißtes Weißbrotpäckchen in die Hand gedrückt. Immerhin war es mit Kalbsfleisch und Zwiebeln gefüllt, konnte insgesamt aber sein Nahverhältnis zur Zapiekanka, einem polnischen Imbiss-Klassiker aus überbackenen Baguette-Hälften und Ketchup, nicht verbergen.
Am nächsten Tag wärmte man mir in einer skurrilen Kebab-und-Chinarestaurant-Lokalmutation ein einwandfreies Dönerbrötchen in der Mikrowelle auf, drapierte es zu meiner Überraschung aber großzügig mit Surówka, einer süßlichen polnischen Beilage aus Weißkraut und Karotten. weiterlesen »






