Kreuzberg feiert Karneval. Kreuzberg feiert Kulturen. Kreuzberg feiert den Karneval der Kulturen. Und kreiert so die wahrscheinlich fröhlich-farbenfrohste Bühne für Berlins berüchtigten Multi-Kulti-Charme. Künstler aus aller Welt verwandeln die Pfingsttage in einen Spaziergang durch verschiedene Erdteile. Tanzende Tage. Und eine Farbenpracht, die beweist, dass Berlin mehr kann als Grau.
Der Umzug am Pfingstsonntag ist sicher das Highlight der Festivitäten. Um 12.30 Uhr geht’s vom Hermannplatz durch Kreuzberg. Die Kunst tritt auf die Straße und vereint Publikum mit Akteuren. Menschen, die sich sonst nie begegnet wären, feiern zusammen Vielfalt. Und genau darum geht es beim Karneval der Kulturen. Ums Vereinen, um Vielfalt.
Wenn sich die Umzugswagen der verschiedenen Vereine durch die übervollen Straßen schieben, fremdländische Musik sich mit unbekanntem Brauchtum mischt, Tänzer und Akrobaten mit Schlaglöchern kämpfen, dann verschmelzen Ferne und Nähe. Dann staunt der gesamte Straßenzug, dann feiert sich Berlin.
Abseits des Umzuges bietet das Straßenfest am Blücherplatz an vier Tagen auf vier Bühnen ein transglobales Programm made in Berlin. Und kulinarisch ist das ganze Spektakel sowieso schöner als Schlaraffenland. Da plant man vor lauter Überangebot schon einmal die Mahlzeiten durch. Und nippt beim Shopping von Schmuck, Kleidung und Kunst an der frischen Erdbeerbowle. Probiert Honig und kauft beim finnischen Winzer. Ach Frühling. Ach Berlin. Und doch sind vier Tage Karneval (besonders vor der eigenen Haustür) auch eine Herausforderung. Wer eine Auszeit braucht, entschwindet einfach in die kleinen Seitenstraßen. Zum Luft holen in kleinen Cafés. Oder zum Weiter feiern in gemütlichen Bars.
Das vielleicht Schönste am Karneval der Kulturen ist der gemeinschaftliche Geist. Er ist offen für alle und wird von Menschen jeglicher kultureller Prägung mitgetragen. Das Konzept des Karnevals bietet besonders Migranten die seltene Chance, sich unabhängig von ihrem sozialen Status aktiv einzubringen. Er repräsentiert somit Berlins urbane und plurale Kultur. Denn als Stadt mit der höchsten Ausländerzahl Deutschlands stellt sich Berlin täglich der besonderen Herausforderung als Schmelztiegel zu funktionieren, in dem kulturelle Vielfalt, gegenseitiger Respekt und Toleranz tatsächlich erlebbar sind. Seit 1996 gibt nun die Werkstatt der Kulturen in Berlin-Neukölln mit dem Karneval der Kulturen Menschen aus aller Welt die Möglichkeit, sich zu präsentieren, Zugehörigkeit zu demonstrieren und so Berlins Internationalität auf ihre schönste Weise erlebbar zu machen.
Straßenfest: Blücherplatz; U1 und U6: Hallesches Tor / U6 und U7: Mehringdamm; Öffnungszeiten: Freitag 16 – 24 Uhr, Samstag / Sonntag 11 – 24 Uhr, Montag 11 – 19 Uhr. Wer kann, sollte frühzeitig hingehen oder spät. Nachmittags und in den frühen Abendstunden wird es oft wahnsinnig voll.
Umzug: 27. Mai, 12.30–21.30 Uhr Start: Hermannplatz, über Hasenheide, Gneisenaustraße, Yorckstraße.









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