Der erste sonnige Badetag am See ist wie der erste Wintertag im Schnee. Man weiß lange vorher schon, dass es gut werden wird und dann ist es noch besser, als man es in Erinnerung hat. Nichts erfrischt mehr als eine Runde Schwimmen im glasklaren See am Sonntagmorgen. Jedes noch so verkaterte Glied wird zum Leben erweckt und ich will das kühle Nass am liebsten gar nicht mehr verlassen. Allein der Geruch von frisch gerillten Fischen, sogenannten Steckerlfisch, lockt mich doch wieder ans Festland. Darauf habt ihr jetzt auch Lust? Gut, dann kommt mal mit auf Sommerfrische ins Salzkammergut…

Heimatfilm-Feeling pur am Wolfgangsee. Foto: Lea
Drei Stunden Autofahrt von Wien und in etwa eine Stunde von Salzburg entfernt liegt das Salzkammergut, bekannt für seine blau-türkisen Badeseen, welche von einer beeindruckenden Berglandschaft umringt werden. Wir machen hier Mädelswochenende und haben alles dabei was man für die Sommerfrische im Salzkammergut braucht: Bikini, Dirndl und mehrere Kameras.
Es ist Samstag später Nachmittag und wir checken im wohl bekanntesten Hotel der Region ein, dem Weissen Rössl am Wolfgangsee. (Alle bei denen jetzt nicht automatisch im Kopf Peter Alexander hören, klicken hier) Unser Zimmer hat zwar keinen Seeblick, dafür gehen zwei Fenster auf den Platz vorm Hoteleingang auf dem sich am Abend die Blasmusikkapelle aufbaut. Bereits im Dirndl und mit einem Glas Orangensekt in der Hand genießen wir die Show vom Fenster aus, wobei wir auf unserem prominenten Platz den Trachtenträgern unten ein wenige die Show stehlen.

Die Blaskapelle ruft zum Aufdirndln. Foto: Lea
Später folgen wir dem heißesten Tipp der Nacht: in der Bar “Grabovski” soll es heute noch rund gehen. Also stürmen wir gegen 11 das Lokal, zahlen freundliche 2.50€ Eintritt, und bekommen dafür auch noch jeweils eine Sonnenbrille geschenkt. In regelmäßigen Abständen gibt es Happy Minutes und eher wir uns versehen tanzen wir mit der Dorfjugend zu Martin Solveig und Co. Wer braucht da schon Großstadtdiscos?

Sankt Wolfgang aus Fischperspektive. Foto: Lea (GoPro)
Die Happy Minutes des letzten Abends sorgen am Sonntagmorgen für einige weniger happy Stunden des Kopfwehs. Da kommt das endlose Frühstücksbuffet gerade richtig. Nur den Sekt, den die freundliche Dame im Dirndl uns einschänkt, schieben wir dezent zur Seite. So richtig Aufwachen tun wir allerdings erst später als wir den ersten Kälteschock überwunden haben und in den See gesprungen sind.

Spa im See. Foto: Lea
Die nächsten Stunden liegen wir in der Sonne, gehen schwimmen, lesen Schundhefte und lassen ab und zu einen tiefen Seufzer aus, der die Schönheit der Landschaft akkustisch bewundert. Für unsere Sommerfrische haben wir uns viel zu wenig Zeit genommen, denn am Nachmittag müssen wir uns bereits wieder zusammenpacken und ins heiße Auto steigen.
Letzter Stop vor der Abreise ist der “Steckerfisch-Wirt” zwischen Strobl und Sankt Gilgen. Direkt am Straßenrand, gibt es bei original österreichischen Flair mit klappbaren Holzbänken die besten Fische weit und breit. Die Fische kommen frisch vom Grill (auf einer Holzstange) und werden mit einer Zitrone im rot-weiß kartierten Papier gereicht. Gegessen wird mit Plastikgeschirr und dazu gibt es entweder Kartoffelsalat oder ein mit Knoblauch gefülltes Sesamstangerl. Ebenfalls vom Grill versteht sich.

Steckerlfisch mit Zitrone. Der Klassiker. Foto: Lea
Und damit der Kurzurlaub auch noch zu Hause seinen Duft verbreitet, kommt einer der geräucherten Fische mit. Auf ein baldiges Wiedersehen, du schönes Land der Berge, Seen und Steckerlfische…

Steckerlfisch for the world! Foto: Lea
Offenlegung: Danke an Oberösterreich Tourismus, die dieses phenomenale Wochenende im wunderschönen Salzkammergut ermöglicht haben!



