“Kill me” Der verschwitzte junge Mann hat gerade seinen großen Rucksack neben uns am Gipfel der Drachenwand abgestellt und überrascht uns doch ein wenig mit seiner Aussage. Wenig später wissen, dass hat höchstes er selbst vor, denn während unser Ziel es war auf den Gipfel raufzuklettern, ist es seins möglichst schnell wieder runterzukommen. Am schnellsten geht das mit einem Basejump-Anzug und einem Fallschirm, den er kurz vor dem Erdboden ziehen wird. 11 Sekunden freier Fall stehen ihm bevor, dann wartet ein kühles Bier auf ihn. Bei uns sind es noch 1 1/2 Stunden Abstieg bis zum eben diesem, 1 1/2 Stunden, die ich um keine Sekunde eintauschen möchte. Wir wünschen uns beide einen angenehme Weg runter und gehen unserer Wege.

Salzkammergut-Love. Foto: Lea
Die Drachenwand am Mondsee ist bereits aus der Ferne von der Westautobahn gut sichtbar. Wir parken beim Gasthof Drachenwand gegen Mittag, als die ersten Wanderer und Kletterer bereits von ihrer Tour zurückkommen. Der Zustieg dauert nur eine knappe halbe Stunde und schon stehen wir vor dem vertikalen Einstieg in die Wand mittels zwei Leitern. Der Steig wird mit C, manchmal auch D, klassifiziert und sollte nur im Klettersteigset mit Helm begangen werden. Das Besondere an Klettersteigen ist, dass man sich immer selbst an einem Stahlseil mit zwei Karabinern sichert. Wer mit Klettersteigen nicht vertraut ist, sollte sich einen Guide nehmen.

Vor uns die Drachenwand. Foto: Lea
Zwei Stunden geht es meistens sehr direkt bergauf, immer mit atemberaubendem Blick auf den leuchtenden Mondsee. Nach ca zwei Drittel des Weges überquerte man eine spektakulär gelegene Hängebrücke, bevor es etwas schwieriger wird. Die nächsten Meter ist das Stahlseil etwas lose und die Neigung des Felsens seltsam. Wir glauben schon fast das Ziel erreicht zu haben, als sich nochmals ein Turm auftut, dahinter haben wir es aber geschafft und stehen beim Gipfelkreuz und genießen den Ausblick.

Am Klettersteig nach der Hängebrücke. Foto: Lea
Klettern und Klettersteige gehen boomt seit einiger Zeit enorm in Österreich, wie die Österreich Werbung erst gestern in einem Blogpost festgehalten hat. Und weil laut dieser Studie “der typische Kletterurlaube jünger als der Durchschnitt ist, männlich ist, aus Deutschland kommt und am liebsten mit seiner Familie reist” möchte ich an dieser Stelle festhalten: hier sind sie, die WienerInnen die gerne klettern!

Blick nach unten. Foto: Lea

Tweeten vom Bankerl. Foto: Lea

Die Gruppe vor uns am Steig. Foto: Lea
Und weil bewegte Bilder noch viel besser erzählen, wie schön es am Berg und im kühlen Nass wirklich ist, gibt es jetzt noch ein kleines Video. Enjoy!




5 Comments
Hui, also Höhenangst habt ihr sicher schonmal keine ;-)
Tolle Bilder (und das Video sowieso) und das Bankerl ist ja genial..
Mal selber einen Klettersteig reizt mich auch schon länger, allerdings war bisher mein Respekt davor immer größer als meine Überwindungskraft ;-)
Liebe Grüße
Manuela
Hi Manuela,
Vielen Dank – war auch wirklich superschön dort!
Am besten einfach mit einem A/B Klettersteig anfangen und dann steigern. Hilft natürlich, wenn man jemand hat der ein bisschen Erfahrung mitbringt. Ich kann zB gar nicht klettern, mag auch keine Kletterhallen – aber Klettersteig… genau meins :-)
lg,
Lea
Gratuliere zum Bezwingen der Drachenwand und vor allem zum Video! well done und du darfst gerne wieder einmal ins Salzkammergut kommen und uns etwas vorsingen!
sonnige Grüße,
Thomas aus Mondsee
Danke, Thomas! Ich komme auf alle Fälle sehr gerne bald mal wieder ins schönes Salzkammergut. Nur zum Singen muss ich mir Verstärkung einpacken ;)
lg, Lea
Sehr unterhaltsamer und interessanter Artikel…Auch die Fotos sind sehr gelungen….Ja Höhenangst darf man in einem solchen Fall sicherlich nicht bekommen.
Das Gefühl, am Gipfel angekommen zu sein, ist jedoch unbeschreiblich!!!
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