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pix Erwischt! 4 Tricks gegen Touristenfallen

Auch wenn die Nachrichten oft Gegenteiliges vermuten lassen: Die Welt ist generell ein freundlicher Ort. So oft wurde mir auf Reisen schon geholfen, haben mir Fremde die Tür zu ihren Häusern geöffnet und mir ihre Freundschaft geschenkt, da kann ich nichts anderes behaupten. Und doch gibt es hier und da Genossen, die es weniger gut mit uns Reisenden meinen: Achtung, Touristenfallen!

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Mitdenken macht sich bezahlt. Foto: flickr/sheep purple

Vorab sei eines gesagt: Als Reisender muss man sich auf der ganzen Welt des Risikos bewusst sein, hin und wieder mehr zu bezahlen oder übers Ohr gehauen zu werden. Oft wird man es gar nicht merken, weil die Preise noch immer sehr niedrig sind oder der Vergleich fehlt. Gerade in vielen Staaten Asiens oder/ und Südamerikas zum Beispiel ist es unvorstellbar mehr als 1 – 2 Dollar für eine Mahlzeit auszugeben oder 500 Euro Plus für das Wohnen zu bezahlen wie wir das tun. Dass man dabei auch noch Geld übrig hat, um reisen zu können, ist ebenfalls ein Ding jenseits des Vorstellungsvermögens. Deshalb bedeutet das oft für Einheimische: Reisender = Mensch mit Geld, da kann man ruhig mehr verlangen. Mit den folgenden 4 Tricks, kann man sich vor einigen Touristenfallen, allerdings ganz gut schützen: 

1. ExpertInnen mitnehmen

Hablas español?“: Der verdutzte Gesichtsausdruck des Händlers in Tikal, Guatemala wird mir immer in Erinnerung bleiben, als ihn mein blonder mexikanischer Reisepartner Abe plötzlich im fließenden Spanisch fragt, wie viel denn die Hängematte kostet. Und ganz von allein war der Preis gleich nur die Hälfte von der Summe, die der Händler zuvor meinem kanadischen Freund Cody genannt hatte.

Mein Tipp: Bei Verhandlungen zum Beispiel auf Märkten ist es immer gut, einen Einheimischen des Vertrauens (CouchSurfing und Co. machen es möglich) dabei zu haben. Oder zumindest jemanden, der die Sprache vor Ort gut spricht. Übrigens bringt das Unterwegssein mit Einheimischen zusätzlich für beide Seiten positives: Sie zeigen dir Plätze abseits der Touristenpfade UND entdecken selbst ihre Heimat neu.

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Oft haben auch Einheimische wie Gaby und ihre Freundin hier in Buenos Aires Lust, ihre Stadt neu zu entdecken. Foto: Doris

2. Handeln, handeln, handeln

Meine Freundin Veronika hat aus ihrer Zeit, als sie im afrikanischen Niger gelebt hat, nicht nur hervorragende Koch- und Nähkünste mitgebracht, sondern dort vor allem die Kunst des Verhandelns erlernt. Was in West-Europa, den USA oder Australien vielleicht nicht so üblich (aber z.B. auf Märkten, bei Händlern, bei Taxifahrern durchaus einen Versuch wert) ist, das gehört in Asien, Südamerika und Afrika zum guten Ton. Wer nicht verhandelt, outet sich automatisch als unwissender Tourist.

Mein Tipp: Wenn ein Händler einen Preis nennt, einfach einmal einen viel niedrigeren Preis sagen – das kann auch eine unverschämt geringe Summe sein. So macht es Dennis, um die unterste Preisgrenze zu erfahren. Seine Strategie:  ”Beim Erstbesten kauft man ohnehin nicht. Den nächsten Händler frage ich nicht mehr nach dem Preis, sondern nenne ihm den niedrigsten Preis des ersten Händlers minus 50% und frage ihn, ob er zu diesem Preis verkaufen möchte. Dieses Preisniveau dürfte dann eine gesunde Basis zum Aushandeln eines fairen Preises sein. Dann zum nächsten Händler gehen… .”

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Märkte sind ein idealer Ort für Touristenfallen: Also Achtung – und handeln nicht vergessen. Foto: Doris

3) Nur Offizielles ist Wahres

Zumindest für Südamerika steht in jedem Touristenführer, dass man nur in offizielle Taxis mit Kennzeichnung einsteigen soll, und das hat seinen Grund. Gerade bei Bahnstationen, am Flughafen und auf Busstationen warten gern Männer, die dir eine Fahrt anbieten möchten. Manche möchten dir – fürsorglich – dein Gepäck abnehmen, und machen sich damit dann aus dem Staub. Andere wiederum legen dich mit unverschämten Preisen herein. Oder aber sie bringen dich in eine verlassene Gegend und rauben dich dort aus… Horrorgeschichten wie diese sind leider nicht erfunden.

Mein Tipp: Niemals, niemals in ein nicht-gekennzeichnetes Taxi einsteigen, da wartet man lieber ein paar Minuten länger. Vorhanden sein müssen in jedem Fall der Aufdruck einer Firma, die Nummer des Autos, eine Registrierung und Fahreridentifikation. Gibt es keinen Taxameter, wie ich das z.B. in Kolumbien erlebt habe, muss eine Preisliste vorhanden sein. Oder man macht sich vorher einen Preis ausmachen – und siehe Tipp 2!

Und wenn man nicht weiß, woher man ein offizielles Taxi bekommt: In Hotels oder beim Ticketschalter können die Leute meist weiter helfen.

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Es gibt kein Taxi mit Kennzeichnung? Vielleicht sind öffentliche Verkehrsmittel in diesem Fall die bessere Wahl. Foto: Doris

4) Trau keinem Fremden 

“Hotel?”, “Room?”, “Transport?”… gerade an Busbahnhöfen oder anderen Touristenzentren kann man sich oft als  Reisender gar nicht vor den “besten, billigsten” Angeboten wehren. Das Gleiche gilt für Empfehlungen von Taxifahrern (oder anderen Fremden) für Juweliere, Schneider, Tickets. Oder, für Menschen, die dir auf der Straße etwas schenken möchten – das nach einem minutenlangen Gespräch dann plötzlich doch etwas kostet. Trau keinem Fremden klingt hart, aber in diesem Fall ist Vorsicht besser. Mehr zu bezahlen ist vielleicht verkraftbar, wenn es sich dabei bloß um eine Nacht in einem Hotel handelt und man – müde von der Reise – einfach nur schlafen möchte. Wenn es sich aber z.B. um einen Einkauf teurerer Schmuckstücke handelt, kann sich das schon unangenehm auf die Geldbörse schlagen.

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Auch beim Reisen geht’s oft in erster Linie ums liebe Geld. Foto: Doris

Mein TippFreundlich, ruhig, aber beharrlich ablehnen und einen etwaigen Verfolger ignorieren, irgendwann hört er von allein auf. Auch schon erlebt habe ich, dass z.B. ein Taxifahrer meinte, das Hotel, Museum, etc. sei geschlossen, aber er wüsste eine Alternative. Natürlich eine bessere. Ich bestehe dann immer darauf, mich selbst davon zu überzeugen, ob es offen oder geschlossen ist. Wie gesagt, freundlich, ruhig, aber beharrlich.

Wie schützt Ihr Euch vor Touristenfallen, bzw. mit welchen Methoden habt ihr in welchen Ländern gute Erfahrungen gemacht?

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2 Comments

  1. Posted 8. August 2012 at 14:14 | Permalink

    Ich bin Reiseleiter in Portugal seit 24 Jahre….
    All diese Hinweise können für bestimmte Länder gültig sein . Jedoch kann man wirklich solche Hinweise nicht als genereles Masstab nehmen. Einige sogennante “Tricks” die hier hingewiesen werden können, in bestimmten Urlaubsgebieten, einem zum Verhängnis werden und schlechte Erfahrungen bringen.
    Beispiel: in Portugal sind die Preise generell fest. Feilschen/Handeln wird nicht gut angesehen. Selbst bei den sogennanten “Zigeunermärkten” soll man vorsichtig sein wenn man versucht zu handeln weil, falls man sehr unterbietet wird es gerade als unverschämtheit angesehen da die Verkäufer meinen dass man ihr Geschäft oder Tätigkeit nicht Ernst nimmt. Ich würde hier mehr Beispiele nennen können…also vorsichtig bitte mit was man schreibt und mit den “Tricks” die man erwähnt weil es in einigen Fällen und in vielen Zielgebieten sehr schlecht ausgehen kann.

    Am besten plant man die Reise schon im Voraus, und bucht alles was möglich ist zu buchen bevor man seine Heimat verlässt.
    Es gibt heute besonders gute Möglichkeiten alles über Internet zu buchen und sogar zu tolle Preise und für alle Länder der Welt…Spezializierte Webseiten die Unterkunft, Flug, Private Führungen, Touren und Aktivitäten, Transfers, usw..anbieten. Dieser wäre sicher in guter “Trick”. Ich selbst werde sehr oft übers Internet gebucht. So weiss der Reisende schon mal was alles kostet, wird nicht am Ziel unangenehm überrascht und kann sogar vorher in aller Ruhe zuhause Preise vergleichen. Die meissten Webseiten sind auch schon sehr Vertrauenswürdig auch weil viele einfach schlechte Anbieter die Beschwerden verursachen ablehnen.

    Grüsse aus Portugal und schöne Reisen

    Paulo Coelho

  2. Doris
    Posted 8. August 2012 at 19:18 | Permalink

    Hallo, danke für den Hinweis und die Empfehlungen aus Sicht deiner langjährigen Erfahrung!
    Ja, es ist sehr schwierig, beim Reisen allgemein gültige Tipps zu geben. Allgemein ist gar nichts gültig, das ist ja das Schöne. Ich habe versucht, mich an Situationen zu halten, die in großen Teilen der Welt (Asien, Südamerika z.B.) vorkommen und bin immer froh, Neues lernen zu können! lg Doris

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