Knatternde Motorengeräusche. Surrendes Brummen. Schwarzes und/ oder rotes Leder. Luftig bekleidete Damen mit Beinen bis zum Hals. Ja, sogar an eine Waschstraße für Motorräder ist hier gedacht worden – mit Wet-T-Shirt Garantie für die Wäscherinnen. Wäre ich ein Mann, würde ich von der World Ducati Week träumen.

Willkommen auf dem roten Planeten, willkommen bei der Ducati World Week. Foto: Doris
Zum 7. Mal fand von 21. – 24. Juni 2012 das weltweit größte Ducati-Treffen am Misano World Cicuit, einer internationalen Rennstrecke mitten in der Region Emilia-Romagna in Italien statt. Ob es sich wirklich um “vier Tage voller Leidenschaft” handelte, wie auf der Website noch immer angekündigt wird, das kann ich nicht beurteilen. Heiß waren sie allemal, die 24 Stunden, die bei unserem Trip in die Region dem unter Umständen teuersten Spielzeug auf zwei Rädern gewidmet waren.
In der Region Emilia-Romagna ist die World Ducati Week jedenfalls richtig: Als “Land of Motors” oder “MotorValley” wird sie auch in einem Flyer, der in unserem Apartment aufliegt, bezeichnet. Beim ersten Aufschlagen wird mir auch klar warum: Neben sage und schreibe 22 Sammlungen oder Museen zähle ich ganze acht Auto- und Motorrad-Hersteller in der Region – und Ducati ist, wer hätte es gedacht, einer davon. Seit 1926 lässt “Ducati Moto” Männeraugen leuchten. Wie, davon habe ich mich selbst überzeugen können, hat uns doch Nick von der Emilia Romagna-Tourimusbehörde Eintrittskarten besorgt.

Rasante Stunts begrüßen uns bei der World Ducati Week. Foto: Gerald Schulz
Hält sich die Veranstaltung selbst mit Schildern auf dem Weg zurück (ja, wir haben uns wieder einmal verfahren), wird mir beim Näherkommen eines klar: Die World Ducati Week ist eine andere Welt und auf dem “roten Planeten” stehen Motorräder im Mittelpunkt. Und davon gibt es jede Menge. Unüberschaubar viele, um genauer zu sein. Ich bin von der Wucht der Motorengeräusche, der zweirädrigen Gefährte, der dröhnenden Musik – und sicher auch der schwülen Hitze – überfordert – und froh, nach oben in den Pressebereich “flüchten” zu können. Dort gibt es nicht nur kühle Getränke, sondern auch eine gute Sicht auf eine der Rennstrecken. Auf der werden gerade Stunts vorgeführt, die – buchstäblich – ganz schön viel Staub aufwirbeln.

Ducatis, wohin man auch schaut: Einmal im Jahr wird die Region in rote Farbe gehüllt. Foto: Doris
1988 wurde die World Ducati Week als Dankeschön an die Fans, die den Namen des Unternehmens weltweit bekannt gemacht haben, ins Leben gerufen wurde.Von denen gibt es – offensichtlich – viele und das Sprachgewirr rund um mich beweist, dass die Liebhaber der „Roten aus Borgo Panigale” nicht nur aus Italien kommen. Von überall her scheinen die Leute hergefahren zu sein. Ob sie alle mit ihrer Ducati unterwegs waren, das weiß ich allerdings nicht. Mein Kopf dröhnt wegen der vielen Sinneseindrücke auf diesem – nunja, wie nenn ich es? – Festival, so sehr, dass sich mein Freund ins Getümmel stürzt. Vermisst hat er mich dabei vermutlich wenig.
Ich würde das Philosophieren, Fachsimpeln und Staunen über diese “roten Männerträume” ohnehin nicht verstehen…

Da werden Männerträume wahr: Heiße Frauen waschen heiße Fahrzeuge. Foto: Gerald Schulz
Mehr Infos:
Nachdem die nächste World Ducati Week aber erst wieder 2013 stattfindet, dürfen sich alle anderen mit dem “Museo Ducati” trösten. Oder eben eine der anderen Sammlungen, Museen und Ausstellungen im “Land of Motors” besuchen, mehr dazu auf der MotorValley-Website.



