Kategorie: Tipps
pix O’ahu – weit mehr als nur Waikiki Beach

Gastartikel von Alexander Mirschel, NIEDblog.de

Es ist schon erstaunlich: Jeder hat mal etwas von der „Insel Hawaii“ gehört und vermutet dort ein nie für möglich gehaltenes Paradies. Als wir die Einladung bekommen, unsere USA Westküsten-Rundreise noch um einen Aufenthalt am Waikiki Beach zu erweitern, lassen wir uns natürlich nicht zwei Mal bitten. Für uns stehen also 5 Tage O’ahu auf dem Programm und angesichts der vielen Attraktionen verzichten wir schweren Herzens auf Tagesauflüge zu den Nachbarinseln.

080 500x375 O’ahu – weit mehr als nur Waikiki Beach

Zweisamkeit im Paradies: Bucht an der Ostküse von Oahu. Foto: Alexander

Ankunft im bunten Tourismus-Treiben Waikikis

Von San Francisco aus landen wir nach guten 6 Stunden Flugzeit in Honolulu und werden traditionell mit einer Blumenkette empfangen. Unser Hotel liegt direkt in zweiter Reihe von Waikiki Beach und somit mitten im bunten, touristischen Treiben. Wer idyllische Palmenromantik erwartet, ist in Waikiki fehl am Platz: Edelboutiquen von „Prada“ über „Versace“ bis „Chanel“ reihen sich entlang der Haupstraße (Kalakaua Avenue) und mischen sich mit Straßenkünstlern und günstigen Souvenirshops zu einem skurrilen aber unterhaltsamen Gesamtbild. Kommen aus dem Laden gegenüber noch betuchte Japaner, die augenscheinlich den Hauptanteil der Touristen auf O’ahu ausmachen, so locken schon wenige Meter weiter Marktstände mit bunt bedruckten T-Shirts, Schnitzereien und jeder Menge Kitsch.

033 500x375 O’ahu – weit mehr als nur Waikiki Beach

“Aloha” Ankunft am International Flughafen in Honolulu. Foto: Alexander

 

185 500x375 O’ahu – weit mehr als nur Waikiki Beach

Sonnenuntergang am Hafen von Honolulu. Foto: Alexander

Waikiki Beach: Zwischen Jetset und Enttäuschung

„The Gathering Place“, der Versammlungsplatz, macht seinem Namen alle Ehre. Selbst bei strahlendem Sonnenschein sind die Geschäfte voll, zahlreiche asiatische Gäste scheinen sich beim klimatisierten Shopping wohler zu fühlen als am Strand. Und spricht man vom „Strand“, dann meint man hier natürlich Waikiki Beach – jenem Badeparadies, das in keinem Hawaii-Prospekt oder Werbefilm fehlen darf. Die Gesamterscheinung erinnert an Stadtstrände, wie man sie aus Miami oder Cancun kennt: die „Bettenburgen“ (Hotel-Hochbauten direkt in erster Reihe) sind so weit vorgerückt, dass dem Strandabschnitt nur noch ein schmaler Reststreifen verblieben ist. Und auf diesem Streifen tummeln sich Handtuch an Handtuch, Sonnenanbeter an Sonnenanbeter. Die einen nennen es trendy (nach dem Motto „Sehen und gesehen werden“), andere sind desillusioniert und enttäuscht von einem solchen Maß an Massentourismus.

270 500x375 O’ahu – weit mehr als nur Waikiki Beach

Der weltbekannte Waikiki Beach mit den hohen Hotelbauten in erster Reihe. Foto: Alexander

„On the road“ – O’ahu auf eigene Faust entdecken

Warum also nicht einfach mal raus aus Waikiki? Am günstigsten geht das mit „TheBus“, der für 2 Dollar auf verschiedenen Routen eine komplette Inselumrundung ermöglicht. Wer es lieber etwas unabhängiger mag, kann die Insel auch auf eigene Faust mit einem Mietwagen oder Motorroller erkunden. Schon wenige hundert Meter hinter dem Touristenzentrum zeigt sich ein ganz anderes Bild von O’ahu, eine idyllische und ungleich schönere Variante. Von November bis April kann man Buckelwale in Küstennähe entdecken oder an geführten Whale-watching-Touren teilnehmen. Gute 10 Meilen östlich von Waikiki kommen Schnorcheler auf ihre Kosten, denn hier liegt das sehr beliebte Hanauma Bay Nature Preserve im Krater eines erloschenen Vulkanes. Neben Meeresschildkröten lassen sich hier auch unzählige farbenfrohe Fischarten bestaunen, etwa der hawaiianische Staatsfisch mit dem zungenbrecherischen Namen „Humuhumunukunukuapua’a“.

Surferparadies und einsame Strände

Die Fahrt entlang der Küstenstraße bietet unvergessliche Panorama-Eindrücke und Naturspektakel: vom mysteriösen Halona Blowhole, das die Wellen des Ozeans durch ein Loch in einer Gesteinsformation bläst, über traumhafte Sandstrände bis hin zu einem Besuch in den Untergrundtunneln  des Diamond Heads. Filmfreunde werden sich an einigen Original-Spots (u.a. aus der TV Serie „Lost“) erfreuen, während es vor allem die Surfer schnell an die Strände des North Shore zieht. Hier sorgen vor allem im Winter spektakuläre Wellen für Adrenalinkicks, wenn die weltbekannte „Banzai Pipeline“ am Ehukai Beach oder der Quicksilver Big Wave Wettbewerb an der Waimea Bay Sportler und Zuschauer in ihren Bann ziehen. Damit „Big Wave“ auch hält, was der Name verspricht, findet der Contest erst ab einer Wellenhöhe von 20 feet (über 6 Meter) statt! In den Sommermonaten geht es wesentlich entspannter zu und man kann an den meisten Nordstränden von O’ahu auch wunderbar schwimmen. Viele Strandabschnitte, obwohl sie den Traum vom wahren Inselparadies verkörpern, sind oftmals menschenleer und laden zum idyllischen (Sonnen)baden in Zweisamkeit ein.

089 500x280 O’ahu – weit mehr als nur Waikiki Beach

Panoramablick auf den Pazifik und “Rabbit Island”. Foto: Alexander

Natur pur – Auge in Auge mit riesigen Meeresschildkröten

Eine bunte Vielfalt an Boutiquen, Kunst-Galerien und Restaurants finden sich im lässigen Surfer-Städtchen Haleiwa Town. Wer sich lieber den Einheimischen anschließt, hält zum Mittagessen am Straßenrand bei einem der vielen Shrimp Trucks mit ihren vorzüglich marinierten Garnelenspießen und anderen Leckereien. Ein absolutes Highlight, das ebenfalls am North Shore mit dem Mietwagen problemlos zu erreichen ist, liegt am Lani’akea Beach – und „liegen“ ist tatsächlich der richtige Begriff. Im Laufe des Tages kriechen hier einige der riesigen, grünen Meeresschildkröten von Hawaii an Land und aalen sich in der Sonne. Es ist eine wohl weltweit einmalige Gelegenheit den gefährdeten Reptilien so nahe zu kommen und sie zu fotografieren, wobei ehrenamtliche Helfer vor Ort den Nahbereich der Schildkröten mit roten Seilen schützen und für Fragen zu den beeindruckenden Giganten gerne zur Verfügung stehen. Während vor allem die „Alten“ an Land sonnen, sind im Uferbereich zahlreiche Jungtiere beim Tauchen nach Nahrung zu beobachten – ein wirklich tolles Erlebnis!

122 500x375 O’ahu – weit mehr als nur Waikiki Beach

Natur pur: Alex und eine Meeresschildkröte am Lani’akea Beach. Foto: Alexander

Kulturelle Vielfalt von Pearl Harbour bis China Town

Wer die Inselumrundung bei so vielen Attraktionen nicht an einem Tag schafft, sollte noch einen Ausflug entlang der Westküste O’ahus einplanen. Hintergründe über die Geschichte Hawaiis und welche Rolle hierbei der Ananas-Anbau spielte, erfährt man bei einem (kostenlosen) Besuch der riesigen Dole Plantagen. Auch Pearl Harbour mit dem USS Arizona Memorial, der Ruhestätte von 1102 Seeleuten beim Angriff der Japaner 1941, liegt vor den Toren von Waikiki und ist für viele Besucher ein prägendes Ereignis. Ob die recht hohen Eintrittspreise für alle Teile der Gedenkstätte gerechtfertigt sind, sollte jedoch jeder Urlauber nach den eigenen Vorstellungen selbst entscheiden. Auf dem Rückweg bietet sich noch ein Abstecher in Honolulus China Town an, der mit vielen Marktständen und Spezialitätenshops sowie authentischen Food Plazas einen gelungenen (und leckeren) Tagesabschluss verspricht.

O’ahu – weit mehr als nur Waikiki Beach!

 

Über den Autor: Alex Mirschel ist Reisejournalist und Social Media-Experte mit touristischem Schwerpunkt. Er betreibt seit 2010 NIEDblog sehr erfolfgreich als persönlichen Reiseblog (Fan derFacebook-Gemeinde oder Follower bei Twitter werden) und schreibt für zahlreiche Medien aus dem Print- und Onlinebereich. 

 

 

pixel O’ahu – weit mehr als nur Waikiki Beach

One Comment

  1. Sabrina
    Posted 10. August 2012 at 23:56 | Permalink

    Der name klingt ja schon verführerisch: Ooaaaaa hhuuuuu :-) Und der Bericht macht wirklich lust drauf. Schöner Artikel und tolle Fotos. Euer Blog gefällt mir sehr gut, hier nun aber vor allem kompliment an den Gastautor.

Kommentieren

Die E-Mail Adresse wir nicht veröffentlicht oder weitergeben. Bitte alle mit * markierten Felder ausfüllen

*
*

MEIN TRIP-PLANER

0

Ort hinzugefügt zu

Wie du deinen Trip planst