Kategorie: Tipps
pix Glück gesucht: Gold Digging in Österreich

Ihre Ausrüstung: Schaufeln, eine Art Sieb und hohe Gummistiefeln. Die Hüte in ihre Gesichter gezogen, die Ärmel aufgestrickt. So wateten sie durch die Flüsse, um sich an einer Stelle nieder zu lassen. Stunden später waren sie noch immer am selben Platz: Mit in Falten gelegter Stirn, rührten sie mit den Händen im Wasser herum, zogen mal hier, mal da einen Stein heraus, prüften ihn in der Sonne, um ihn dann meist wieder zurück ins den Fluss zu werfen… Szenen, wie man sie aus Goldgräber-Filmen aus dem Wilden Westen kennt. Szenen, wie ich sie vor Kurzem auch in Österreich erlebt habe, als der Sohn meines Freundes plötzlich meinte: “I am a gold digger”*.

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Goldwaschen ist Ferienhit Nr.1 in Österreich. So heißt es. Foto: Doris

Geplant war eine Fahrt nach Rauris in Salzburg, wo schon vor zig Jahren “harte Jungs” nach all dem Gold gesucht haben. Doch nachdem unsere Strecke über die Großglockner Hochalpenstraße führte, konnten wir auch noch einen Abstecher ins Goldgräberdorf bei Heiligenblut machen. Hier kommt also ein Bericht vom “Ferienhit Nr. 1 in Österreich” (so will es eine Website): 48 Stunden “intense gold-digging”. 

Heiligenblut: 

Bekannt für teure Souvenirs, viele (deutsche) TouristInnen und als Großglockner-Ausflugsziel Nr. 1 haben wir all das in Heiligenblut auch gefunden. Dass es in der Gegend Gold zumindest zu suchen gibt (das mit dem Finden ist eine andere Geschichte), das erfuhren wir erst im Ort selbst. Dort zeigen Landkarte, Tourismusbüro und Schilder zu den Goldwaschstätten, die es schon seit über 40 Jahren in Heiligenblut gibt. Mit dem Auto etwa 10 Minuten außerhalb des Dorfes liegt das Kleine Fleißtal, wo auf einer Kreuzung gleich zwei Wege zu Ausgrabungsorten führen. Wir entscheiden uns für das Goldgräberdorf, um auch ein bisschen etwas zur 3000jährigen Geschichte dieses Berufs, oder besser gesagt dieser Passion, zu erfahren. Außerdem schätze ich hier meine Chancen höher ein, auch Sitzbänke und etwas zu trinken vorzufinden. Ich muss nämlich gestehen: Ich habe nicht vor, selbst Gold zu schürfen. Nicht nur, dass mir sowohl Geduld als auch der Glaube an mein Glück fehlen – und ohne beides geht´s vermutlich nicht – , habe ich größere Lust, beim schönen Sommerwetter einfach die Sonne zu genießen und zu lesen. Aber das muss ich ja den anderen nicht verraten.

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Jede Menge Geduld und noch eine Extraportion Glück, das sind wohl die Zutaten fürs Gold-Digging. Foto: Doris

Dass wir das Auto gar nicht am Parkplatz abstellen hätten müssen, das merken wir erst später. Gut, der 15minütige Weg auf der Forststraße hinauf zum Goldgräberdorf beim Gasthof Alter Pocher hat uns garantiert nicht geschadet. Im Goldgräberdorf angekommen zahlt mein Freund 8 Euro für die Ausrüstung (Schaufel, Gummistiefel & Co.) seines Sohnes, und schon wird der ins Geheimnis des Goldwaschens eingeweiht: Innerhalb der 2minütigen Demonstration findet unser “Trainer” sofort zwei viel versprechend aussehende Klümpchen Gold. So klein, dass sie kaum zu sehen sind, aber immerhin. “Das Kalb ist bereits gefunden, die Kuh ist noch im Fleißbach”, mit diesen Worten spornt der Experte die Wannabe-Goldgräber noch zusätzlich an. Hilft alles nichts: Drei Stunden später sieht es in Sachen Goldfund noch immer mau aus.

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Die Gold-Kuh, die angeblich noch im Berg an drin ist, haben wir trotz fachgerechter Einführung leider nicht gefunden… Foto: Doris

Aber die Suche nach dem Gold muss ja nicht der einzige Grund sein, hierher zu kommen: Die Landschaft mit den Bergen im Hintergrund ist wunderschön, wir spazieren durch das Dorf, das im Stil des 16. Jahrhunderts auf über 1.800 m angelegt wurde und erfahren ein bisschen mehr zur Geschichte der Knappen, die hier zwischen dem 14. und 18. Jhdt. nach Gold schürften. Wusstet Ihr, dass im 15. Jahrhundert das Tauerngold gleich 10% der weltweiten Produktion ausgemacht hat? Ach ja, auch meine Lesestunde kommt  dort am kleinen See nicht zu kurz…

Rauris:

Am nächsten Tag ist wieder Goldsuchen – und diesmal hoffentlich auch Gold finden – angesagt. In Rauris rät uns unsere Wirtin, nicht die teure Gondelbahn in die Berge zur angeschriebenen Goldwaschstätte zu nehmen, sondern stattdessen weiter ins Rauriser Tal der Geier zu fahren. “Dort ist das Schürferlebnis noch echter”, meint sie, “und günstiger ist es auch.” 14 km von Rauris entfernt, nach einer Fahrt durch einige Täler und ein paar Dörfer, kommen wir auf ins Bodenhaus. 2 Minuten später sind wir beim Goldschürf-Fluss, wo schon um 10.00 morgens die ersten Unermüdlichen ihr Glück versuchen, und geben unserer Wirtin recht. Es ist wirklich schön und idyllisch hier – trotz der vielen kleinen und großen Menschen, die durch das Wasser waten, die Hasen im Mini-Kleintierzoo streicheln oder auf dem Spielplatz herum tollen. Sonst ist dort – anders als in Heiligenblut – nichts zu sehen: Nur eine Hütte mit Schautafeln informiert Neugierige noch etwas über das Goldwaschen in der Region.

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Der hatte offenbar mehr Glück als wir. Oder aber mehr Geduld, schließlich scheint er ja schon ein Weilchen hier zu sitzen. Foto: Doris

Eines ist aber gleich wie in Heiligenblut: Gold finden wir auch in Rauris nicht. Schade, hätten wir also doch 7 Euro in eine “Goldfundgarantie” investieren sollen!? Für das 15-Euro-Schnitzel im nächst gelegenen Alpengasthaus Bodenhof haben wir jetzt jedenfalls kein Geld mehr…

*Lea fällt bei diesen Worten übrigens dieses hier ein: http://www.youtube.com/watch?v=6vwNcNOTVzY. Wem geht´s genauso?

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