Kategorie: Tipps
pix Brüssel – eine kulinarische Exkursion

Dass aus Belgien gute Schokolade kommt und das Bier berühmt ist, wusste ich schon vor meinem Trip nach Brüssel. Dass mich allerdings ein kulinarisches Wunderland erwartet, war eine Überraschung. Hier also eine kleine Liebeserklärung an belgische Schokolade, belgisches Bier und erstaunliche Restaurants in Brüssel.

waffel Brüssel – eine kulinarische Exkursion

Brüssel hat kulinarisch mehr zu bieten als die berühmte Waffel Foto: © Tony Le Duc

Schokolade macht tatsächlich glücklich

Schon beim Betreten von Zaabär in der Chaussée de Charleroi wird mir klar, hier sind Schokoladenexperten am Werk.  Überall Regale mit endlos scheinenden und manchmal merkwürdig anmutenden Schokoladenkreationen. Alle können probiert werden und nach jedem „Was? Das schmeckt niemals!“ wurde ich eines besseren belehrt. Zitronengras, chinesische Kräuter, Pfeffer… Das alles schmeckt in Schokolade. Mein Favorit war dann doch ein bisschen langweiliger -  weiße Schokolade mit Lavendel. Und ich frage mich: Ist der Onlineshop Fluch oder Segen? Beim Schokoladenworkshop darf man dann selbst entscheiden, welche der vielen Zutaten in die Schokolade soll. Wenn man nicht zu sehr vom eigenen lustigen Outfit bestehend aus Schürze und Haarnetz oder den Macarenatanzkünsten des Workshopleiters abgelenkt ist. Meine Kreationen waren  zwar nicht so formvollendet  wie die der Chocolatiers, aber so lecker, dass das Angeben zu Hause kein Problem war.

schokolade Brüssel – eine kulinarische Exkursion

Zutaten im Schokoladenworkshop Foto: Anne

Die Erfinder der Praline findet man übrigens auch in Brüssel. Auch wenn die Familie aus der Schweiz stammte – die kleinen gefüllten Schokoladen wurden 1912 in Brüssel erdacht. Die schönste Filiale ist auch die älteste: 1857  eröffnete Jean Neuhaus Neuchâte in der edlen Galerie de la Reine eine pharmazeutische Confiserie, die heute als imposantes Stammhaus des Schokoladenimperiums Neuhaus fungiert.

galerie Brüssel – eine kulinarische Exkursion

Galerie de la Reine Foto: Anne

Das belgische Bier – mehr als nur süß

Dem berühmten belgischen Bier stand ich bisher eher skeptisch gegenüber. Als Freundin der herberen Biere waren mir die belgischen oft einfach zu süß. Doch dann kehrte ich im Spirit of Wallonia ein. Ich erfuhr nicht nur, wie meine Zunge aufgebaut ist, welche Rolle die Jungfräulichkei von Hopfen beim Bierbrauen spielt oder warum es logisch ist, dass Bier nicht dick macht – hier serviert man vor allem für jeden Geschmack das richtige Bier. Da wir uns auch immer noch in Brüssel befinden, gibt es eine Empfehlung für die passende Schokolade gleich dazu. Diese Kombination hat mich persönlich zwar weniger überzeugt, das Bier und die lustige Beratung dafür umso mehr.

bier Brüssel – eine kulinarische Exkursion

Foto: Anne

Berühmt und auch ein wenig gefährlich ist das A la Mort Subite („Zum plötzlichen Tod“). Tagsüber ist die opulente Inneneinrichtung beeindruckend, wenn es draußen dunkel wird, bekommt man drinnen eher ein wenig Angst ob der unzähligen Lichter. Wer den Alkoholpegel seines Gegenübers genau im Blick behalten möchte, ist hier richtig. Alle anderen sitzen vielleicht lieber draußen oder kommen in den frühen Abendstunden, wenn die Dämmerung das schönste Licht zaubert. Auch hier ist die Bierauswahl so groß, dass jeder findet, was er sucht. Die Empfehlung lautet natürlich, das hauseigene „Mort Subite“ zu probieren – wenn man sich traut.

mort Brüssel – eine kulinarische Exkursion

Im “A la Mort Subite” Foto: Anne

Und für die, die sich gar nicht für Bier erwärmen können: In der Galerie du Roi befindet sich etwas ganz Besonderes. In der einzigen Champagnothèque der Welt kann man von jeder Flasche auch nur ein Gläschen schlürfen und die beeindruckende überdachte Einkaufsstraße auf sich wirken lassen. Durch ein spezielles Verfahren können die Flaschen nämlich wieder luftdicht verschlossen werden. Dazu werden Snacks aus einem benachbarten Restaurant gereicht, es ist allerdings auch erlaubt, sein eigenes Picknick mitzubringen. Kann man sich einen schöneren Ort zum Verweilen vorstellen?

Drei Restaurants – eins opulent, eins hip, eins typisch

Wenn mich in einem Restaurant das Ambiente mehr beeindruckt als das Essen, dann ist das eine Leistung. Vor allem, wenn die Gerichte dann auch noch so lecker sind wie im Belga Queen. Ein silbernes Pferd, Marmorsäulen, eine Jugendstil-Glasdecke und die schicksten Kellneruniformen, die ich je gesehen habe. Habe ich schon die Austernbar erwähnt? Und dass Kuckuck auf der Speisekarte steht? In braunen Ledersesseln versinken und nie mehr aufstehen wollen – dazu moderne belgische Küche. Wein. Und eine Bierbar. Ich glaube, schon allein für dieses Restaurant lohnt sich die Reise nach Brüssel.

belga Brüssel – eine kulinarische Exkursion

Im Belga Queen Foto: Anne

Das hippe Restaurant cospaia steht unter dem Motto „mysterie meets gastronomie“. Moderne französische Küche trifft auf ein ungewöhnliches Ambiente. Ganz in braun gehalten mit Fotos von verschleierten Gesichtern an den Wänden. Die Treppe nach oben ins Restaurant in eine andere Welt zu führen. Silberne Bäume, dunkles Holz und eine Dachterrasse, die die Stadt überblickt. Bekannt nicht nur für das großartige Essen (und ich meine großartig), sondern auch für seine Drinks und die exklusive Atmosphäre.

muscheln Brüssel – eine kulinarische Exkursion

Jakobsmuscheln in Champagnersauce im cospaia Foto: Anne

Ursprünglicher und typisch belgisch ist das Arcadi Cafè in der Rue d’Arenberg. Die einfache Einrichtung verspricht Authentizität und die Tortenvitrine lässt keine Wünsche offen. Die Gerichte sind typisch belgische Hausmannskost, aufgrund der zentralen Lage kann es aber voll werden.

torte Brüssel – eine kulinarische Exkursion

Torte mit Arcadi Cafè Foto: Anne

Zum Abschluss noch zwei kleine Hinweise:

Die Brüsseler essen ihre berühmten Waffeln ohne Extra-Zutaten. Wenn man sich nicht sofort als Tourist entlarven möchte, sollte man die ursprüngliche Variante versuchen.

Die gesamte Stadt hat sich mit dem Jahresmotto „brusselicious“ den Gaumenfreuden verschrieben. Auf der Website findet man viele Veranstaltungen und Aktionen, die Gourmetherzen höher schlagen lassen. Wer eine Diät geplant hatte, fährt vielleicht lieber woanders hin.

Offenlegung: Auf die Reise nach Brüssel wurde ich von Belgien Tourismus Wallonie-Brüssel eingeladen. Alle geäußerten Meinungen sind natürlich meine eigenen.

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