Kategorie: Städtetrips
pix Wiens ungewöhnlichste Museen: Von E wie Esperanto bis N wie Narren
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Wien ist eine außergewöhnliche Stadt, das lässt sich nicht leugnen. Bei allen möglichen Rankings liegt die Stadt ganz weit vorne, sei es in Sachen Lebensqualität oder Nachhaltigkeit. Beliebtester internationaler Kongressstandort der Welt ist Wien außerdem.

E wie Esperanto, N wie Narren

Es gebührt der Stadt aber noch in einem ganz anderen Bereich Siegerruhm: Wien, Stadt der skurrilsten Museen. Von E wie Esperanto bis N wie Narren wird in Wien allen möglichen Themen, mögen sie noch so obskur, tabu oder gar trivial erscheinen, ein museales Denkmal gesetzt.

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Das Globenmuseum Wien. Foto: Daniel Siebert, flickr

Fünf ungewöhnliche Museen in Wien, die auf jeden Fall einen Besuch wert sind:

1) Der Tabubrecher: Das Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch
Sexualität und Gesellschaft: ein Themenbereich, mit dem nur wenige Museen sich auseinanderzusetzen trauen. Das Museum für Verhütung und Schwangerschaftsabbruch bietet Einblicke in viele, teils sehr bizarre Praktiken, und zeigt Objekte, die im menschlichen Sexualleben zu einer gewissen Zeit eine Rolle gespielt haben.

Schafsdarmkondome und Anti-Baby-Lippenstift

Wie z.B. ein kostspieliger Vorreiter des Kondoms aus Schafsdarm. Leider konnte nur ein einziges Schafsdarmkondom aus einem Schaf gewonnen werden, so dass das gute Stück (fürs gute Stück…) kein Schnäppchen war. Neben Illustrationen von Viktorianern, die Kondome zu Luftballons aufblasen, und Anti-Baby-Lippenstift befindet sich der düsterere Teil des Museums. Stricknadeln und andere improvisierte Instrumente der „Engelmacherinnen“ sind Zeugen aus Zeiten, in denen Abtreibungen illegal waren und hinter geschlossenen Türen vonstattengingen. Das kleine aber feine Museum erhielt 2010 den Kenneth Hudson Award des europäischen Museumsforums für die Art, auf die es kontroverse Themen zur öffentlichen Diskussion bringt.

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Verhütung in the old days. Foto: crystalmartel, flickr

2) Weltweit einzigartig: Das Globenmuseum

An Interesse für Geografie sollte es bei einem Besuch der 650 Globen der Sammlung der österreichischen Nationalbibliothek nicht mangeln. Der älteste hier ausgestellte Globus entstand im Jahr 1536. Neben „gewöhnlichen“ Globen, die die Erdkugel abbilden, gibt es noch Mond- und Planetengloben bis hin zu aufblasbaren Globen. Schon mal darüber nachgedacht, wie ein Globus produziert wird? Das und viel mehr kann man im einzigen Globenmuseum der Welt erfahren.

3) Man würde meinen, es wäre weltweit einzigartig*: Das Esperantomuseum

Das Esperantomuseum in Wien befindet sich im selben Gebäude wie das Globenmuseum (kombinieren!) und huldigt der 1887 als ideales internationales Verständigungsmittel konzipierten Amalgamsprache. Dass sich das Konzept nie richtig durchgesetzt hat ist nicht so wichtig: die Fotos von Esperantokongressen und Audiomaterialen in Esperanto haben einen eigenen Charme. Außerdem werden in der Ausstellung auch allgemeinere linguistische Bereiche thematisiert, wie z.B. Wörter, die erst vor relativ kurzer Zeit zu verschiedenen Sprachen hinzugekommen sind. Die Nationalbibliothek untersucht übrigens insgesamt 500 Plansprachen, darunter auch Klingonisch.

4) Mit Gruseleffekt! : Der Narrenturm

Ob Melancholie, Tollheit oder Unsinnigkeit: alle damals bekannten psychischen Erkrankungen wurden hier behandelt. 1784 wurde das erste psychiatrische Krankenhaus der Welt in Wien eröffnet, jetzt beherbergt der Rundbau die weltweit größte Sammlung pathologischer Präparate.

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Der Eingang des Narrenturms. Foto: korom, flickr

Themenschwerpunkte bilden u.a. Tuberkulose, Alkohol und Krankheit, sowie Geschlechtskrankheiten. Man kann auch in eine Turmzelle, in eine Landapotheke aus dem Jahr 1820, und in eine alte Zahnarztpraxis einsehen. Außerdem besitzt das Museum eine eindrucksvolle Moulagensammlung, also in Wachs oder Paraffin modellierte, form- und farbtreue Nachbildungen kranker Körperteile. Nichts für schwache Gemüter!

5) „A schöne Leich‘“: Das Bestattungsmuseum

Wem der Narrenturm noch nicht Grusel genug bietet, kann anschließend im Bestattungsmuseum Wien herausfinden, was die Wiener meinen, wenn von einer „schönen Leich‘“ die Rede ist. 1000 Ausstellungsstücke bringen den Besuchern Begräbnisrituale und Weiteres zum Tod in Wien näher.

Habsburger Recyclingsärge und Wecker für Scheintote

Darunter befinden sich einige Kuriositäten, wie z.B. ein von Kaiser Josef II konzipierter wiederverwendbarer Sarg. Der „Klappsarg“ ist nach unten hin aufklappbar. So kann der Holzpyjama gleich noch einmal! Ein weiteres Highlight ist sicher der Rettungswecker für Scheintote. Eine am Arm des Toten befestigte Schnur soll bei einer Bewegung-des Scheintoten-den Weckerton auslösen. Grusel mit einem Augenzwinkern! Und Einblicke in die Wiener Seele gleich dazu.

War‘s das schon? Natürlich nicht!

Wer meint, dass das schon ganz schön viele ungewöhnliche Museen für eine Stadt sind, und es unmöglich noch mehr dergleichen geben kann, der irrt sich. Wien hat noch einiges in der Hinterhand.

Ein Museum der Heizkultur

Wem nach etwas leichterer Kost als vintage Zwangsjacken im Narrenturm ist, findet vielleicht mehr gefallen am Brennpunkt-Museum für Heizkultur. Etwas heiterer geht es wahrscheinlich auch im Schneekugelmuseum oder im Ziegelmuseum zu. Fest steht: die Museumslandschaft der Kulturstadt Wien ist eine sehr breit gefächerte, und es finden sich auch fernab von Albertina und Kunsthistorischem Museum jede Menge hervorragende Ausstellungen.

Und jetzt bitte Applaus für den diesjährigen Gewinner in der Kategorie „Stadt mit dem reichhaltigsten Angebot an richtig sonderbaren Museen“.

* Recht spezifisches Zielpublikum hin oder her: es gibt neben dem Esperantomuseum in Wien noch ein weiteres in Svitavy, Tschechien.

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3 Comments

  1. Posted 26. Juli 2013 at 20:59 | Permalink

    Das macht auch jeden Fall Neugierig auf Wien, wann ist denn die beste Reisezeit für Wien? Frühjahr? Herbst?

  2. lea
    Posted 27. Juli 2013 at 17:52 | Permalink

    Das kommt ganz darauf an, was du gerne machen würdest. Meine persönliche Empfehlung: Juni, da sind die Studenten noch in der Stadt, aber die Hitze noch nicht zu drückend. Oder Anfang Dezember, wenn die Christkindlmarkt Saison losgeht, und es vielleicht sogar schon ein paar Flocken Schnee gibt!

    Lea/tripwolf Team

  3. Eli
    Posted 8. August 2013 at 11:20 | Permalink

    Liebe/r Hyyperlic,
    ich bin grad erst aus dem relativ internetlosen Urlaub zurückgekommen, deshalb hab ich nicht früher auf deine Frage geantwortet. Ich stimme lea zu, es kommt ganz drauf an, was du machen möchtest! Meine Lieblingszeit in Wien ist der Herbst: die Luft ist schön frisch, das Kulturprogramm geht mit voller Intensität nach den Sommerpausen wieder los, außerdem steh ich auf farbige Blätter. Der Sommer ist aber auch schön, besonders für den Wien-Reisenden, der es lieber ruhiger mag, da ganz Wien dann auf Urlaub zu sein scheint. Was noch für den Sommer spricht sind die vielen Sommerkinos und andere outdoor-Angebote (=oft gratis), wie z.B. das Popfest.

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