Kategorie: Reiseblogger des Monats
pix Reiseblogger des Monats: Clemens von anekdotique.com

Ist nicht schwierig auf Clemens’ Reiseblog hängenzubleiben. Tolle Fotos, schöne Geschichten und Reiseinspiration, wohin man auch klickt. Eigentlich ist Clemens ja Werbetexter in Hamburg, vielleicht daher. Oder weil er einfach schon an ganz vielen, tollen Orten war und darüber so einiges zu berichten hat. Für uns Grund genug, ihn zum Reiseblogger des Monats November zu küren und wie gewohnt zu interviewen.

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Clemens von Anekdotique.com

Wie würdest du deinen Stil zu Reisen in 5 Wörtern bezeichnen?
So oft wie nur möglich.

Wo fühlst du dich am wohlsten – am Meer oder in den Bergen?
Sowohl, als auch. Ich bin leider viel zu selten in den Bergen, obwohl ich mich da auf eine gewisse Weise immer geborgen fühle. Wenn es also um das wohle Gefühl geht, sind es die Berge.

Gibt es einen Ort, an den du gerne wieder mal zurück möchtest (mit mehr Zeit im Gepäck)?
Eigentlich nahezu jeden. Ich habe auf Reisen nie das Gefühl, dass ich an einem bestimmten Ort zum einzigen und letzten Mal sein werde. Ich will mich nicht von Orten verabschieden müssen, die ich gerade erst kennengelernt habe. Aber wenn ich mich entscheiden müsste, wäre es wohl Jerusalem. Oder Kuba. Oder Südafrika. Oder…

Gegenfrage: gibt es einen Ort, an den du nie wieder willst?
Udagamandalam. Klingt ein bisschen wie ein Medikament gegen Erkältung, ist aber ein kleines 3000 Meter hoch gelegenes Örtchen in den Nilgiri-Bergen in Indien. Ich reiste mit der romantischen Vorstellung eines idyllischen Bergdorfs an und fand eine völlig verdreckte Stadt, deren Gehwege man wohl am treffendsten als Ammoniakstraßen bezeichnen kann. Obendrein hatte ich dort die berüchtigte Indienkrankheit, das gab nicht nur mir den Rest, sondern wohl auch den Erinnerungen an diese Stadt.

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Indien. Foto: Clemens

Welcher Artikel ist dein Lieblingsblogeintrag auf deinem Blog?
Den über meinen Besuch beim Konzert der isländischen Band Sigur Rós im antiken Theater von Arles in der Provence. Diese musikgewordene Melancholie, mit der diese alten Gemäuer zum Leben erweckt wurden – das hatte etwas ganz Besonderes, das ich so wohl nicht mehr wieder erleben werde.

Gibt es ein kulturelles Missverständnis, das dir jetzt noch peinlich ist?
Bali 2003. Eine Kellnerin erzählte einem Kumpel und mir ganz aufgeregt von einer gewissen Disco-Ferry, die sie am Vorband besucht hatte – und zwar in diesem ganz speziellen Englisch, das nur die Asiaten können. Wir verstanden darunter so was wie ein Partyboot und versuchten stundenlang herauszufinden, wo das wohl sein könnte. Am nächsten Tag passierten wir zufällig eine große Mall, die damals gerade neu geöffnet hatte. Ihr Name: Discovery. Ich muss immer noch lachen, wenn ich daran denke.

Was war die bisher unbequemste Nacht auf deinen Reisen bisher?
Eine 11-stündige Nachtfahrt von Mysore nach Coimbatore in Indien in einem uralten Bus. Mit viel zu engen Sitzen, schepperndem Blech, Löchern im Boden, schreienden Kleinkindern und einem redseligen Inder, der sich um 3 Uhr nachts unbedingt über BMW und den FC Bayern unterhalten wollte.

Hongkong 500x330 Reiseblogger des Monats: Clemens von anekdotique.com

Hongkong. Foto: Clemens

Welche Superkraft würdest du gerne besitzen?
Beamen würden wahrscheinlich viele antworten. Ich sage Fliegen. Dann hab ich auch noch was vom Weg.

Wie würden die perfekten “24 Stunden in deiner aktuellen Heimatstadt” aussehen?
Erstmal ausschlafen. Dann ein spätes Frühstück im Café Paris, eine Zeitung, ein guter Kaffee, ein Spaziergang zum Hafen, ein Kuchen im Jenischpark und am frühen Abend ein Leberkäsbrötchen beim Schlemmermeyer am Gänsemarkt – ein bisschen Heimat muss ja sein.

Was gibt es Neues in deiner Heimatstadt, das man als Besucher nicht verpassen sollte?
Die Jungs von Hot Rod City Tour bieten eine abgefahrene Hamburger Stadtrundfahrt in kleinen Kart-Wagen, die eher wie Seifenkisten aussehen. Zusammen mit Freunden muss das super sein.

Ein komplett unterschätztes Reiseziel ist…
Das Westjordanland. Von der angeblichen Krisenstimmung ist vor Ort so gut wie nichts zu spüren. Im Gegenteil, man stößt auf eine unberührte Landschaft, aufgeschlossene Menschen, vielfältiges Essen und Taybeh, ein tolles, süffiges Bier, das in Ramallah gebraut wird.

Sylt 500x331 Reiseblogger des Monats: Clemens von anekdotique.com

Sylt. Foto: Clemens

Jerusalem 500x331 Reiseblogger des Monats: Clemens von anekdotique.com

Jerusalem. Foto: Clemens

 

3 Dinge, die du immer im Handgepäck hast?
Einen Notizblock, einen Stift und wenn ich auf der Rückreise bin meistens eine Kotztüte der Airline – eine kleine Sammelleidenschaft, die ich nicht loswerde.

Gibt es etwas, was du auf Reisen verabscheust?
Sparen am falschen Ende. Als Schwabe bin ich der Letzte, der sein Geld aus dem Fenster wirft, aber auf Reisen muss man eben manchmal Geld ausgeben: für das Schnitzel in Wien, für den Cruise zu den Whitsunday Islands vor Australien oder für einen Drink in der höchsten Bar der Welt. Man sollte wissen, wo eine Erfahrung jedes Geld wert ist.

Was war die merkwürdigste Speise, die du je aufgetischt bekommen hast?
Donkey Burger in Peking, eine Art Blätterteigtasche mit Eselsfleisch. Dazu gab es eine chinesische Art von Fanta. Das hat erstaunlich gut geschmeckt.

Gab es schon einmal eine Situation auf einer Reise, in der du so richtig Angst bekommen hast?
Am Toten Meer im Westjordanland, dem tiefste Punkt der Erde. Man konnte das Salz in der trockenen Luft schmecken, die Sonne ging unter und ich hatte kein Wasser mehr. Das Schlimmste war jedoch, dass kein Bus mehr zu kommen schien. Also trampte ich zurück nach Jerusalem. Nicht unbedingt der idealste Ort für so was.

Australien 500x330 Reiseblogger des Monats: Clemens von anekdotique.com

Australien. Foto: Clemens

Was oder wer inspiriert dich beim Reisen?
Flugzeuge. Beim Fliegen bekomme ich einen klaren Kopf und komme auf die besten Ideen für die Arbeit, für Anekdotique.com oder für zukünftige Reisepläne.

Das beste Frühstück der Welt gibt es…
.. in Rom zum Beispiel. Mit einem Cappuccino und einem süßen Teilchen für je ein Euro. Frühstück ist für mich nur so gut wie der Kaffee. Und die Italiener wissen wie es geht.

Was steht für 2013 noch auf dem Plan?
Ein offizielles NFL Spiel im Londoner Wembley Stadium, ein Wochenende in Paris, eins in München und ein Besuch in der alten Heimat Heilbronn. Und Mitte Dezember geht’s nach Thailand.

Clemens’ Reisen und Geschichten könnt ihr auf seinem Blog anekdotique.com, auf Facebook, Twitter, Instagram und Pinterest verfolgen.

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3 Comments

  1. Posted 7. November 2013 at 12:54 | Permalink

    Eine gute Wahl! :-)
    Da gibt’s viel zu stöbern bei Clemens…

  2. Posted 12. November 2013 at 19:50 | Permalink

    Gratulazion, verdienter Reiseblogger des Monats.

    Sehr spannendes Interview, aber das Foto von Jerusalem – einfach spitze!!!

  3. Posted 27. November 2013 at 10:46 | Permalink

    Der Adventmarkt von Hall in Tirol wäre aktuell eine Reise wert http://www.hall-wattens.at

2 Trackbacks

  1. […] von Tripwolf, die mich dafür sogar ausführlich interviewt haben (das könnt ihr übrigens hier nachlesen) und diesmal von den netten Jungs und Mädels von HostelBookers Deutschland, die ich mit […]

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