Kategorie: Abenteuer, Freizeit, Reiseblogger des Monats, Weltreise
pix Reiseblogger des Monats: Nina & Ingo von a long sunnymoon

Was kommt dabei heraus, wenn sich zwei, die das Reisen lieben, das Ja-Wort geben? Der absolute Unwille, eine gewöhnliche, x-wöchige Hochzeitsreise auf die Malediven oder in die Karibik zu machen, also wird diese kurzerhand in eine 11-monatige Weltreise verwandelt. Nina und Ingo, im Alltag Marketingexpertin/Texterin und Fotograf, riefen bei der Gelegenheit eine Sammlung von Reisegeschichten mit persönlicher Note und wunderschönen, inspirierenden Fotos ins Leben – a long sunnymoon eben.

 

Camping USA 500x333 Reiseblogger des Monats: Nina & Ingo von a long sunnymoon

Beim Campen in den USA. Foto: Ingo Albrecht.

 

Wie würdet ihr euren Stil zu Reisen in 5 Wörtern bezeichnen?
Am ehesten als der neugierig-spontan-chaotische-langsame-Seitenstraßen-Stil.

Seit wann gibt es euren Blog und welchen Blogpost würdet ihr einem Erstbesucher ans Herz legen?
Nach unserer kleinen, feinen Hochzeit hoch in den Schweizer Bergen sind wir aufgebrochen zu einer großen, prächtigen Hochzeitsreise durch die Welt – a long sunnymoon, wie wir unseren Honeymoon liebevoll nennen.
Und so heißt auch unser Blog, den wir mit unserem Abflug an Silvester 2012 ins Leben riefen. Zunächst bloggten wir, um Erlebnisse und Bilder festzuhalten und Familie und Freunde mitreisen zu lassen. Mit der Zeit reisten dann immer mehr Unbekannte mit… was uns sehr freut! Denn wir haben ganz unbemerkt eine große Passion fürs Bloggen entwickelt und lieben es, Inspiration zu geben und Reisebegeisterung zu wecken!

Als Blogpost für Erstbesucher empfehlen wir Eine Geschichte vom Reisen.

Du schreibst, ihr habt auf eurer Hochzeitsreise 7 Tage lang kein Wort miteinander gesprochen – wir sind neugierig! Ein Experiment?
Ja, so kann man es nennen! Hoch über den typischen Honeymoon-Stränden von Thailands Insel Koh Samui haben wir uns dazu entschieden, ein Meditations-Retreat zu besuchen. Denn während unseres Aufenthalts in einem buddhistischen Kloster in Myanmar wurden wir neugierig, was es mit Meditation auf sich hat. Das Retreat war für uns zwei Meditationsneulinge eine eindrückliche Erfahrung… eine Woche lang schweigen, in getrennten Schlafsälen auf einem Holzbrett schlafen, vor Sonnenaufgang aufstehen, nach 12 Uhr nichts mehr essen, den Großteil des Tages meditierend verbringen. Wir erfuhren viel über uns selbst, den Buddhismus, lernten mit Langeweile und Schmerz umzugehen – kamen ehrlich gesagt aber auch ganz schön an unsere Grenzen. Und nach dem Retreat? Haben wir uns als Erstes einen gehörigen Sonnenbrand geholt – denn wir haben am Strand in praller Sonne sieben Tage reden nachgeholt.

Gibt es einen Ort, an den ihr gerne wieder mal zurück möchtet (mit mehr Zeit im Gepäck)?
Oh, da gibt es viele Orte. Wenn wir uns für einen entscheiden müssen, dann Indien. Dort waren wir viel zu kurz, bei brütender Hitze und regelrecht sprachlos. Wo sonst kann man mit weiß bemalten Männern mit Dreizack in der Hand und Blockflötenmusik im Hintergrund einen feinen Chai an einem heiligen Fluss trinken? Oder eine Kuh auf dem Bahnsteig gegenüber grüßen? Wir wollen mehr von dem! Irgendwann.

 
Faszination Varanasi 500x333 Reiseblogger des Monats: Nina & Ingo von a long sunnymoon

Varanasi, Wiege der Spiritualität. Foto: Ingo Albrecht

 

Gegenfrage: gibt es einen Ort, an den ihr nie wieder wollt?
Es gab schon Orte, die uns einfach nicht zugesagt haben. Aber nie wieder zurück? Die Fähre mit all den besoffenen Party-Touristen nach Koh Samui müssten wir nicht unbedingt nochmals betreten.

Euer Blog beinhaltet auch außergewöhnlich schöne Fotos. Welche Rolle spielt Fotografie auf euren Reisen?
Das Kompliment gebührt vor allem Ingo, denn er macht die meisten Fotos. Beim Fotografieren geht es uns vor allem darum, Stimmungen und Wirkungen von Orten, Momenten und Begegnungen sichtbar zu machen. Mit all ihren Glanzlichtern und Abgründen. Es sind persönliche Bilder, denen man es ruhig ansehen darf, wenn wir Hals über Kopf in eine Gegend oder einen Moment verliebt sind – oder einem Ort eher nüchtern begegnen.

Eine Kurzbeschreibung der schrägsten Reise/Destination bisher?
So eine ganz schräge Reise/Destination haben wir noch nicht erlebt. Aber schräge Momente durchaus. Sogar ziemlich viele. Wie zum Beispiel der, als beim Campen in den USA plötzlich eine kleine Siamkatze und kurz darauf ein verwirrter junger Mann mit einem mit Erde gefüllten Marmeladeglas in der einen und einem Stock in der anderen Hand auftauchten. Und er uns mit ernstem Gesichtsausdruck fragte, ob hier der „inner circle“ sei.

Schräg oder lustig war aber auch der Moment, als Nina einmal einen Tag zu früh im Flugzeug saß – und dann nach vielem Hin und Her doch mitfliegen durfte.

Gibt es ein kulturelles Missverständnis, das euch jetzt noch peinlich ist?
Wie unterschiedlich doch die Kulturen sind, wurde uns an Ninas Geburtstag in Myanmar bewusst. Denn ihr Geburtstag war der erste Tag unseres vier-wöchigen Aufenthalts in einem buddhistischen Kloster mitten im ländlichen Myanmar. Nina war irritiert, dass ihr niemand gratulierte. Im Laufe des Tages kamen dann zwei Männer, die ebenfalls Geburtstag hatten, ins Kloster. Dies, um mehreren Hundert Kindern ärmster Familien, die die Klosterschule besuchen, Frühstück und Mittagessen zu spendieren. Statt selber Geschenke zu bekommen gibt man also denen ein Geschenk, die es viel nötiger haben als man selbst! Nina war es dann schon etwas peinlich, dass sie sich über fehlende Glückwünsche wunderte angesichts der Großzügigkeit der anderen Geburtstagskinder.

 
Nina und Ingo in Japan 500x333 Reiseblogger des Monats: Nina & Ingo von a long sunnymoon

Nina und Ingo in Japan. Foto: Ingo Albrecht.

 

Was war die bisher unbequemste Nacht auf euren Reisen?
Es war eine Nacht, die alles andere als unbequem hätte sein sollen. Auf der Ilha Grande in Brasilien hatten wir den perfekten Bungalow gefunden: ein überdachter, wandloser Traum aus Holz mit der besten Aussicht aufs Meer! Dumm nur, dass es spät abends extrem zu regnen und stürmen begann, so dass in kurzer Zeit alles nass war: Das Bett, unsere Rucksäcke, wir. Wir fühlten uns wie auf einem untergehenden Schiff. Noch dazu hatte sich Nina ein paar Stunden vorher bei einem Sturz im Wettersturm die Schulter gebrochen. Wir konnten dann zwar ins stabile Haupthaus des Hotels umziehen – aber nichts desto trotz bleibt uns die Nacht als nicht sehr angenehm im Gedächtnis.

Welche Superkraft würdet ihr gerne besitzen?
Alle Sprachen der Welt fließend zu sprechen wäre nicht schlecht.

Was ist das außergewöhnlichste Mitbringsel, das ihr von einer Reise mitgenommen habt?
Ein Trink-Rucksack. Das mag zwar nicht so ungewöhnlich klingen… aber wie wir dazu kamen, das war ungewöhnlich: Wir besuchten in der Sommerhitze einen Farmers Market irgendwo in Montana und erzählten eine Brotverkäuferin von unserem Plan, in den Grand Canyon zu fahren. Nachdem wir unsere Markteinkäufe erledigt hatten und gerade wieder in unseren Campingbus steigen wollten, kam ein etwas gefährlich aussehender Mann forschen Schrittes auf uns zu. Er fragte Ingo, ob er Elektrolyte kenne. „Magnesium, Potassium… you know, man?“. Ingo nickte. Daraufhin drückte der Mann ihm einen Trinkrucksack in die Hände. Und zwar so fest, dass Ingo fast umfiel. „Here, take this!“, sagte der Mann. Er hatte gehört, dass wir in den Grand Canyon wollen. Und weil es dort im August heißer als heiß ist, müssten wir immer genug Wasser mit Elektrolyten zu uns nehmen. Er schenkte uns den Rucksack und verschwand so schnell, wie er gekommen war. Wir sind dann zwar gar nicht in den Grand Canyon gefahren – haben den Rucksack aber mitgenommen als Erinnerung daran, wie freundlich Fremde sein können.

Ein komplett unterschätztes Reiseziel sind…
…die kleinen Seitenstraßen dieser Welt! Und das, fast egal wo. Wir staunen immer wieder, wie leer es doch abseits der belebten Hauptstraßen sein kann. Und wie wundervoll. In Mandalay haben wir in einer unscheinbaren Straße quasi die Waschmaschine der Stadt entdeckt – überall hing Wäsche zum Trocknen und in einem riesen Bassin am Ende der Straße wurde sie von Hand unter großem Körpereinsatz gewaschen.

 
Im Redwoods Nationalpark 500x333 Reiseblogger des Monats: Nina & Ingo von a long sunnymoon

Im Redwoods Nationalpark. Foto: Ingo Albrecht.

 

3 Dinge, die ihr immer im Handgepäck habt?
Kamera, Kohletabletten, Kekse.

Gibt es etwas was ihr auf Reisen verabscheut?
Ziemlich respektlos finden wir, wenn das Fotografieren von Menschen regelrecht zur Jagd wird und persönliche Grenzen nicht gewahrt bzw. schamlos gebrochen werden.

Was war die merkwürdigste Speise, die ihr je aufgetischt bekommen habt? Nina ist Vegetarierin und dadurch bleibt ihr oft viel Merkwürdiges erspart. Manchmal bekommt sie aber dennoch Schnecken als fleischlose Speise angeboten – die sie dankend ablehnt. Und Ingo? Der bekam von unserem Freund in Singapur Quallen aufgetischt, die ziemlich weit oben auf der Merkwürdige-Speisen-Liste liegen. Manchmal muss man aber auch gar nicht so weit wegfahren, um seltsame Speisen zu entdecken. Hier in der Schweiz sind wir neulich an einem Restaurant mit Murmeltier-Dim Sum im Angebot vorbei spaziert.

Gab es schon einmal eine Situation auf einer Reise, in der ihr so richtig Angst bekommen habt?
Recht mulmig wurde uns, als wir in Australien mit unserem kleinen Campingbus in einen gewaltigen Sturm fuhren und die Blitze nur so neben uns einschlugen. Wir waren irgendwo im menschenleeren Outback unterwegs und fragten uns die ganze Zeit, ob der blitzgeschützte Faradaysche Käfig auch bei einem Kunststoffdach funktioniert. Wir entdeckten dann irgendwann eine Straße, die Ingos Nachnamen trug und beschlossen, dass sie uns einfach Glück bringen muss. Das tat sie dann auch.

Was oder wer inspiriert euch beim Reisen?
Inspiration lauert überall: In der Natur. Und vor allem in Menschen, die wir kennenlernen. Wir haben auf unseren Reisen (aber natürlich auch zu Hause) so fantastisch inspirierende Menschen kennengelernt, die zeigen, dass es viele unterschiedliche Wege zum Glück gibt.

 

Nina und Ingo in Rio 500x333 Reiseblogger des Monats: Nina & Ingo von a long sunnymoon

 

Das beste Frühstück der Welt gibt es…
…nicht. Aber es gibt unseres Erachtens die beste Zimtschnecke (in einem Café in Idaho Falls), die beste Mohinga (in einem Coffee Shop zwischen Yangon und Bago), das beste Müesli (auf Koh Chang), das beste Sacristain (in einer Boulangerie in La-Croix-Valmer), …

Was steht für 2014 noch auf dem Plan?
Wir haben viele Ideen (gerne würden wir zum Beispiel nach Island reisen, nochmals nach Istanbul, nach Wien und die nordischen Länder etwas besser kennenlernen). Konkretes geplant haben wir aber noch nicht.

Die wichtigste Erfahrung, die ihr unterwegs gewonnen habt, ist…
…dass das Reisen an sich mit allen Überraschungen eine der besten Erfahrungen ist.

Blog: http://alongsunnymoon.blogspot.com
Twitter: https://twitter.com/alongsunnymoon
Mehr Bilder von Ingo findet ihr übrigens auf ingo-albrecht.com

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One Comment

  1. Posted 28. März 2014 at 16:10 | Permalink

    Tolle Idee. Gefällt mir gut!
    BG, Peter / http://www.PetersTravel.de

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